Abbe, Ernst
(1840-1905)

Deutscher Physiker, technischer Optiker und Sozialreformer.

Abbe wurde am 23. Januar 1840 in Eisenach geboren. Der Sohn eines Werkmeisters arbeitete zunächst als Lehrer beim physikalischen Verein in Frankfurt, war ab 1863 Privatdozent und bekam 1870 eine Professur für Physik in seiner Heimatstadt Jena. 1867 wurde er von Carl Zeiss als Leiter der optischen Werkstätten eingesetzt, und 1875 wurde er Teilhaber an der Firma. 1882 gründete Abbe zusammen mit dem Chemiker Otto Schott und Carl Zeiss das „Jenaer Glaswerk Schott und Gen.". Nach dem Tod von Zeiss 1889 wurde Abbe zum Alleininhaber der Zeiss-Werke. 1891 übergab er die Firma der von ihm gegründeten Carl-Zeiss-Stiftung und führte umfangreiche soziale Reformen ein (u. a. bezahlten Urlaub, Gewinnbeteiligungen, Pensionen, Acht-Stunden-Arbeitstag).

Abbe entwickelte u. a. eine Theorie zur mikroskopischen Abbildung (Abbe’sche Theorie), die besagt, dass die Bildqualität eines Mikroskops auch von der Beugung des Lichtes am Objekt beeinflusst und das Auflösungsvermögen durch die Wellenlänge des Lichtes begrenzt wird. Seine Erkenntnisse waren Grundlage für die Weiterentwicklung und Verbesserung optischer Präzisionsinstrumente. Abbe starb wenige Tage vor seinem 65. Geburtstag am 14. Januar 1905 in Jena.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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