Abstraktion
(von lateinisch abstrahere: wegziehen, wegschleppen)

In der Philosophie Bezeichnung für die Erfassung des Wesentlichen und seine Scheidung vom Unwesentlichen eines Gegenstandes zum Zweck der Begriffsbildung.

Dabei werden von Dingen gleicher Art die Gemeinsamkeiten herausgearbeitet und von den individuellen Merkmalen losgelöst (abstrahiert). Am Ende wird das abstrakte Konstrukt in allgemeine Begriffe gefasst, die sich weiter abstrahieren lassen (Person – Mensch – Säugetier – Lebewesen – Seiendes etc.). Die Abstraktion spielt bereits bei der Tugendlehre von Sokrates und Platon eine gewichtige Rolle. Das methodische Erfassen des Wesentlichen wird bei Aristoteles aphairesis (griechisch: Wegnahme) genannt. Die Frage nach der Herleitung der Allgemeinbegriffe führte im Mittelalter zum Universalienstreit. Eine Weiterentwicklung erlangte die Abstraktionsmethode in der induktiven Logik und in der Phänomenologie.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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