Gegnerschaft
zu machtpolitischen Hegemoniebestrebungen und zur ökonomischen
Ausbeutung der Dritten Welt durch entwickelte Industriestaaten.
Der
Antiimperialismus, der vor allem unter dem Eindruck des
Vietnamkrieges in den siebziger Jahren zum außenpolitischen Credo
der Studentenbewegung wurde, richtet sich nicht nur gegen aggressive
Formen machtpolitischer Herrschaftsexpansion und -sicherung oder die
ideologische Umstrukturierung und Gleichschaltung anderer Staaten.
Kritisiert werden auch subtilere Formen der Ausbeutung wie die
Schaffung und Aufrechterhaltung strukturell bedingter
Abhängigkeitsverhältnisse der schwächeren Wirtschaftssysteme von
der Abnahme- und Investitionsbereitschaft überlegener
Wirtschaftssysteme. Unterstellt wird auch, dass die Industrieländer
durch bewusst falsche Entwicklungsstrategien die Entstehung
wachstumsfähiger ökonomischer Strukturen in der Dritten Welt
verhindern (Dependencia-Theorie). Seit Karl Marx wird in der
kapitalistischen Produktionsweise der Grund für ein
imperialistisches Auftreten der Staaten gesehen: Der Staat als
ideeller Gesamtkapitalist reiße auch jenseits seines Hoheitsgebiets
alle Schranken für den Erfolg der nationalen Wirtschaft nieder,
damit diese Land und Leute weltweit benutzen könne. Bei diesem
Bemühen kommen alle Mittel der ökonomischen und politischen
Erpressung bis hin zum Einsatz von militärischer Gewalt zum
Einsatz.
Verfasst von:
Roland Detsch