Bewusstseinsphilosophie

Philosophische Strömung, die im Gefolge Immanuel Kants und des Neukantianismus sowie der universalen Bewusstseinsphänomenologie Edmund Husserls die transzendentalen Bedingungen der Möglichkeit des Bewusstseins untersucht bzw. den intentionalen Bewusstseinsstrom ins Zentrum ihrer Überlegungen stellt.

Die Bewusstseinsphilosophie wird geleitet von der Abneigung gegen den Psychologismus und ist tief im Empirismus verhaftet, als dessen Hauptverfechter Kant verboten hatte, über das subjektive Bewusstsein hinauszugehen.

Die Bewusstseinsphilosophie sieht im Bewusstsein den Ausgangspunkt, auf den das geistige Leben zurückzuführen ist; für das Bewusstsein selbst gibt es keinen weiteren Ausgangspunkt, schon gar keinen materiellen. Aus dem empirischen Bewusstsein entwickelt sich durch Aufmerksamkeit und Wille die Bewusstheit der einzelnen Seelenzustände. Indem sich der Mensch als Ich im Gegensatz zum Nicht­Ich begreift, entwickelt er sein Selbstbewusstsein. Wie bei Georg Friedrich Hegel gehören reines Bewusstsein und Nichts als Ausgangspunkt einer ersten Philosophie zusammen, ein Gedanke, den auch Martin Heidegger aufgriff und noch wesentlich radikaler vertrat, indem er das Nichts noch hinter das Bewusstsein zurückspringen ließ.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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