Böhm-Bawerk, Eugen von
(1851-1914)

Österreichischer Wirtschaftswissenschaftler und Staatsmann.

Von Böhm-Bawerk wurde am 12. Februar 1851 in Brünn (Mähren) geboren, studierte Rechts- und Staatswissenschaften und trat 1872 in den niederösterreichischen Finanzdienst. Nach seiner Habilitation 1880 wurde er 1884 zum Professor an die Universität Innsbruck berufen, ehe er ab 1889 als Sektionschef im Finanzministerium die Reform der direkten Besteuerung leitete. Nach dreimaliger Amtszeit als Finanzminister in verschiedenen Kabinetten (1895, 1897/98, 1900-1904) widmete er sich in Wien wieder seiner Lehrtätigkeit und wurde 1911 zum Präsidenten der Wiener Akademie der Wissenschaften ernannt. Er starb am 27. August 1914 in Kramsach (Tirol).

Seinen wissenschaftlichen Weltruf erlangte Eugen von Böhm-Bawerk durch sein zweibändiges Hauptwerk Kapital und Kapitalzins (1884-1889). Während der erste Teil aus einer viel beachteten Abhandlung der „Geschichte und Kritik der Kapitalzinstheorien" besteht, entwirft er im zweiten Teil eine neue bahnbrechende Agiotheorie des Zinses. Zusammen mit Carl Menger und Friedrich von Wieser wurde von Böhm-Bawerk zum Begründer der österreichischen Schule der Nationalökonomie, die einen psychologisch orientierten abstrakt-deduktiven Forschungsansatz pflegte.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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