Dayton-Abkommen

Nach dem Ort der Verhandlungen im amerikanischen Bundesstaat Ohio benannter Friedensvertrag von 1995 zur Beendigung des vierjährigen Bürgerkrieges zwischen den verfeindeten Volksgruppen der Serben, Kroaten und Muslime in der 1992 vom Bundesstaat Jugoslawien abgefallenen Teilrepublik Bosnien und Herzegowina.

Das am 21. November 1995 unter der Schirmherrschaft des amerikanischen Präsidenten Bill Clinton zwischen den Präsidenten Bosniens, Kroatiens und Serbiens ausgehandelte und am 14. Dezember in Paris unterzeichnete Abkommen besiegelte die endgültige Zweiteilung Bosniens und Herzegowinas in eine Muslimisch-Kroatische Föderation und eine Serbische Republik (Republik Srpska) mit der gemeinsamen Hauptstadt Sarajevo.

Muslimen und Kroaten wurden 51 Prozent des Staatsterritoriums zugesprochen, den Serben 49 Prozent einschließlich ihrer Hochburg Pale und der UNO-Schutzzonen Srebrenica und Zepa. Als wichtigste zentrale Institutionen sah das Abkommen neben einer gemeinsamen Volksvertretung, Regierung und Präsidentschaft ein einheitliches Verfassungsgericht und eine gemeinsame Währung vor. Die künftigen Wahlen wurden unter internationale Aufsicht gestellt; für die Einhaltung des Waffenstillstandes hatte die unter NATO-Kommando stehende Internationale Friedenstruppe (IFOR) zu sorgen, die am 20. Dezember 1995 die in Bosnien stationierte UNO-Schutztruppe (UNPROFOR) ablöste.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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