Demoskopie
Teildisziplin
der empirischen Sozialforschung, die durch Befragung eines
repräsentativen Querschnitts der Bevölkerung nach einer
statistisch verwertbaren Ermittlung von Meinungen, Befindlichkeiten,
Stimmungen, Erwartungen und Bedürfnissen trachtet (auch
Meinungsforschung oder Umfrageforschung genannt).
Standard
ist die Anwendung des Repräsentativverfahrens, bei dem nach
dem Zufallsprinzip per Interview zu befragende Personen aus
Adressenkarteien der Einwohnermeldeämter bestimmter Regionen
ausgewählt werden, wobei sich eine Stichprobengröße von
2 000 Auskunftspersonen als optimal erwiesen hat.
Wahlprognosen beruhen in der Regel auf einem Quotierungsverfahren,
bei dem den Interviewern bestimmte Quoten für die Anzahl der zu
befragenden Männer und Frauen, Alter, Beruf und Herkunft vorgegeben
werden. Daneben wurden noch spezielle Testverfahren
entwickelt, mit denen ein- oder mehrdimensionale Skalen erarbeitet
und Motivkonfigurationen sichtbar gemacht werden können.
Die
Demoskopie ging aus der psychologischen Forschung des Amerikaners
L. L. Thurstone Ende der zwanziger Jahre hervor und trat
nach den präzisen Prognosen George Gallups zum
US-Präsidentschaftswahlkampf 1936 ihren Siegeszug auch in Europa
an. In Deutschland wird seit 1946 durch private Institute für
Demoskopie systematisch Meinungsforschung betrieben. Von besonderer
Bedeutung sind dabei das Institut für Demoskopie in Allensbach,
Infratest in München und EMNID in Bielefeld.
Verfasst von:
Roland Detsch
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