Von
Karl-Otto Apel und Jürgen Habermas entwickeltes ethisches Programm,
in dessen Zentrum die Kommunikation in Form eines herrschaftsfreien
und rational-argumentativen Dialogs steht, der die gerechtfertigten
Bedürfnisse eines jeden angemessen berücksichtigt.
Ziel
dieses Diskurses ist der Aufweis gerechtfertigter Normen. Grundlagen
der kommunikativen Normsetzung und -begründung ist die Solidarität
sowie die „kommunikative Kompetenz" des Einzelnen und der
Gemeinschaft. Solidarität bedeutet in diesem Zusammenhang mehr als
das bloße Gefühl der Zusammengehörigkeit. Dieses wird vielmehr
durch den Diskurs und die ihm eigene Reflexivität durchbrochen:
Familiäre und soziale Bindungen sind im Idealfall in Richtung einer
universalen Rechtsgemeinschaft transzendiert.
Für
die formale Struktur des Diskurses gelten folgende Minimalregeln:
Jedem muss das Recht und die Möglichkeit eingeräumt werden, am
Diskurs teilzunehmen; jedem Diskursteilnehmer ist zudem dasselbe
Recht zuzubilligen, jede, egal von wem aufgestellte Behauptung zu
hinterfragen.