Erlanger Schule
Von
Paul Lorenzen in den sechziger Jahren begründete
wissenschaftstheoretische Schule mit dem Ziel der methodischen,
d. h. vollständigen und widerspruchsfreien, klar
strukturierten Begründung sämtlicher Wissenschaften, zu der vor
allem Wissenschaftler der Universität Erlangen, aber auch anderer
Universitäten (insbesondere Konstanz) gezählt werden. Zu den
bekanntesten Vertretern gehören Friedrich Kambartel, Wilhelm Kamlah,
Jürgen Mittelstraß und Oswald Schwemmer.
Die
Erlanger Schule knüpfte an die Arbeiten Lorenzens über die
Grundlagen der Mathematik (Einführung in die operative Logik und
Mathematik, 1955) an. Die angestrebte Vollständigkeit gründete
in einer evidenten, vorwissenschaftlichen Begründungsbasis.
Weiterhin sollen konkrete sprachliche Mittel zur Überprüfung
wissenschaftlicher Aussagen, d. h. zur Beurteilung der
Zulässigkeit von Argumenten bereitgestellt werden. Im Rückgriff
auf Ludwig Wittgensteins Idee der Sprachspiele vertritt die Erlanger
Schule eine dem Konstruktivismus verpflichtete Wissenschaftstheorie
insofern, als sie behauptet, eine radikale Unterscheidung von
Sprache und Wirklichkeit sei unmöglich und die Rekonstruktion der
sprachlichen Mittel der Wissenschaft zugleich immer auch eine
Konstruktion ihrer Gegenstände.
Verfasst von:
Andreas Vierecke
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