Eurogeldmarkt
(Eurodollarmarkt)

Finanzmarkt, auf dem für kurze Fristen Eurodollar zwischen Teilnehmern großer Bonität wie Banken, Versicherungen, Regierungen, internationalen Institutionen oder multinational operierenden Unternehmen gehandelt werden.

Angeboten werden auf dem unregulierten Eurogeldmarkt, der durch umfangreiche Dollarguthaben der europäischen Banken infolge der Zahlungsbilanzdefizite der USA in den fünfziger Jahren begünstigt wurde, u. a. Tagesgelder und Termingelder, verbriefte Rechte (Geldmarktobjekte), Festsatz- und Roll-over-Kredite. Der Eurogeldmarkt bildet darüber hinaus ein gewisses Dollarreservoir, auf das bei Währungskrisen zurückgegriffen wird. Da er sich kreditpolitischen Maßnahmen entzieht, wird er von den Notenbanken kritisch bewertet. Währungspolitische Turbulenzen auf dem Eurogeldmarkt (etwa durch Flucht in andere Währungen) werden vor allem in den USA ausgelöst (Abwertung, Wechselkursverfall).

Verfasst von:
Roland Detsch

 

(© Microsoft ENCARTA®)