Funktionalismus

Der Methodik der Naturwissenschaften entlehnter Ansatz der Geistes- und Sozialwissenschaften, der den Untersuchungsgegenstand nicht isoliert betrachten will, sondern in einen Wirkungszusammenhang mit anderen Faktoren einordnet.

Aufbauend auf die Vorarbeit von Hilary Putnam, der Bewusstseinszustände als Funktionen von Gehirnprozessen interpretierte, die ähnlich ablaufen wie Computerprogramme, hat sich der Funktionalismus zur beherrschenden Methode in der Soziologie entwickelt. Hier werden die Untersuchungsobjekte in ihrer funktionalen Abhängigkeit und Relation zu einem übergeordneten sozialen Ganzen gesehen. Erste funktionalistische, teilweise an Modellen des Organizismus ausgerichtete Ansätze finden sich bei Charles Robert Darwin, Francis Galton und Herbert Spencer. Nachhaltigen Einfluss auf die Soziologie übten die Funktionalisten Émil Durkheim und Talcott Parsons aus. Funktionalistisch geprägt sind darüber hinaus auch die politikwissenschaftlichen Arbeiten von A. F. Bentley. 

Siehe hierzu auch Funktionalismus (Soziologie) und Funktionalismus (Psychologie).

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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