Georg V. (von Hannover)
(1819-1878)
Letzter
König von Hannover (1851-1866).
Georg V.
wurde am 27. Mai 1819 als Sohn König Ernst Augusts II.
von Hannover in Berlin geboren. Trotz seiner völligen Erblindung
im Alter von 13 Jahren folgte Georg 1851 seinem Vater auf dem
hannoveranischen Thron nach. Unterstützt von seinem Innenminister
(1851/52) und leitenden Minister (1855-1862), Graf von Borries,
ging er bald von dem liberalen Kurs, den sein Vater nach der
Revolution von 1848 hatte einschlagen müssen, ab und kehrte zu
einer reaktionären Politik zurück; zahlreiche liberale
Errungenschaften der Revolution machte er wieder rückgängig,
u. a. hob er 1855 die Verfassung von 1848 wieder auf.
Außenpolitisch
lehnte sich Georg anders als sein Vater nicht an Preußen sondern
an Österreich an, besonders seit Preußen in seiner
Auseinandersetzung mit Österreich um die Hegemonie im Deutschen
Bund ein Bündnis mit Hannover hatte erzwingen wollen, was Georg
als inakzeptablen Angriff auf seine Souveränität betrachtete. Im
Deutschen Krieg von 1866, in dem Preußen das Ringen um die
Vormachtstellung zu seinen Gunsten entschied, unterlag Hannover
den preußischen Truppen; Preußen annektierte Hannover und
wandelte es in eine preußische Provinz um.
Georg V.
ging mit seiner Familie ins Exil, zunächst nach Wien, dann nach
Paris. Er anerkannte weder die Annexion des Landes Hannover durch
Preußen noch die Beschlagnahmung seines Privatvermögens, das als
so genannter Welfenfonds von der preußischen Regierung für ihre
politischen Zwecke eingesetzt wurde, und kämpfte zeitlebens gegen
diese Annexionen. Georg starb am 12. Juni 1878 in Paris; sein
Leichnam wurde in der Gruft von Schloss Windsor bei London
beigesetzt.
Verfasst von:
Roland Detsch
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