Günther (von Schwarzburg-Blankenburg)
(1304-1349)

Römisch-deutscher Gegenkönig (1349).

1330 erbte Günther die Grafschaften Blankenburg und Saalfeld in Thüringen, und ab etwa 1334 stand er in diplomatischen und militärischen Diensten Kaiser Ludwigs IV., des Bayern. Nach dessen Tod im Oktober 1347 trugen die Parteigänger der Wittelsbacher – u. a. Ludwigs Sohn Markgraf Ludwig der Ältere von Brandenburg, der Herzog von Sachsen-Lauenburg, der Pfalzgraf bei Rhein sowie der abgesetzte Erzbischof von Mainz – den Thron zuerst dem englischen König Eduard III. an, der sich jedoch verweigerte, vielmehr ein Bündnis mit dem bereits am 11. Juli 1346 zum Gegenkönig gewählten Karl IV. einging. Desgleichen scheiterte der wittelsbachische Plan, Friedrich von Meißen-Thüringen zur Annahme der Krone zu bewegen.

Schließlich ließ sich am 30. Januar 1349 nach langem Zögern Günther von Schwarzburg von den Wittelsbach-Anhängern zum (Gegen-)König wählen. Allerdings verfügte Günther weder über eine starke Hausmacht, noch war seine Anhängerschaft im Reich besonders zahlreich. So dass es Karl IV. kaum Mühe kostete, Günthers Partei durch diplomatisches Geschick und Versprechungen weiter zu dezimieren und Günthers Truppen bei Eltville am Rhein, wohin sich Günther zurückgezogen hatte, in die Flucht zu schlagen. Die Wittelsbacher, allen voran Markgraf Ludwig, ließen nun Günther fallen und erkannten Karl IV. als König an; Günther selbst ließ sich durch eine hohe Geldsumme für seinen Verzicht auf die römisch-deutsche Krone abfinden. Er starb wenig später, am 14. Juni 1349, in Frankfurt/Main.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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