Herri Batasuna (HB)
(baskisch: „Vereintes Volk")

Der ETA nahe stehende Allianz nationalistischer, sozialistischer und alternativer Separatistengruppen im spanischen Baskenland, gilt als politischer Arm der ETA.

Die HB wurde 1978 während des Übergangsprozesses in Spanien von der Franco-Diktatur zur Demokratie gegründet. Die zentrale Forderung der HB war die völlige Unabhängigkeit von insgesamt sieben baskischen Provinzen – drei im spanischen Baskenland, eine in der Nachbarregion Navarra und drei im französischen Bakenland –, die sie auch aufrechterhielt, als dem spanischen Baskenland 1979 der Autonomiestatus zuerkannt wurde. In ihrer Zielsetzung ging sie weitgehend mit der ETA konform, die Terroraktionen der ETA akzeptierte sie bzw. distanzierte sich zumindest nicht eindeutig von ihnen.

Unter dem Eindruck der Protestwelle in ganz Spanien gegen die Ermordung mehrerer baskischer Regionalpolitiker 1997/98 durch die ETA schlug die HB moderatere Töne an, hielt ihre Forderung nach Unabhängigkeit und Abzug der spanischen Sicherheitskräfte zwar aufrecht, trug ihre Territorialansprüche aber nicht mehr als Aufruf zur Zwangsvereinigung aller baskischen Provinzen vor. Bei den Regionalwahlen im Oktober 1998 wurde die HB, die auch mit zwei Abgeordneten im spanischen Parlament vertreten ist, unter der neuen Bezeichnung Euskal Herritarrok (EH; Baskenbürger) drittstärkste politische Kraft.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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