In
der Philosophie Bezeichnung für die dem Ich zugehörigen Bereiche
von Geist und Bewusstsein, subjektiver Veranlagungen, Gedanken und
Emotionen.
In der
Antike manifestierte sich die Betonung der Innerlichkeit in der
Ataraxie (Unerschütterlichkeit) des Weisen, dessen Wissen, Tugend
und Glückseligkeit in ihm selbst beruht und den die Welt nicht
kümmert. So galt etwa das Streben der Stoiker und Epikureer der
innerlichen Vereinzelung der Individuen und ihrer Gleichgültigkeit
gegenüber allgemeinen Zwecken.
Spätestens
in der religiös motivierten Philosophie und Mystik des Mittelalters
kam der weltabgewandten Innerlichkeit im Sinne einer kontemplativen
Gottesschau erneut eine zentrale Bedeutung zu, die nicht zuletzt in
der klösterlichen Klausur ihren Ausdruck fand. Augustinus gemahnte
den Suchenden in seiner Schrift De vera religione zur Abkehr
von der Außenwelt und zur Einkehr in das Innere seines Selbst, um
jene Wahrheit zu finden, als deren Urgrund er Gott bezeichnet.
Georg
Wilhelm Friedrich Hegel lehnt die Innerlichkeit als bloß
selbstgenießerische Sentimentalität ab und tritt für eine
Vermittlung des subjektiven Inneren und des allgemeinen Äußeren
ein. Für Søren Kierkegaard ist der Glaube an Gott und seine
Menschwerdung allein ein Produkt subjektiver Vertiefung in die
Innerlichkeit jenseits objektiver Gewissheit.