Institutionalismus

Methode der älteren politikwissenschaftlichen Disziplin der Vergleichenden Regierungslehre, die in der Analyse des Funktionsgefüges politischer Institutionen das geeignete Mittel sah, zu qualitativen Bewertungen unterschiedlicher bzw. ähnlicher politischer Systeme vornehmlich westlicher Prägung zu gelangen. 

Ausgehend von einem Katalog mit Stabilitätsbedingungen galt das Hauptaugenmerk des institutionellen Ansatzes der politischen Struktur und Ordnung, der institutionellen Ausgestaltung der politischen Repräsentation (Wahlen, Wahlrecht, Wahlsystem etc.), den Parteien, Fraktionen und Verbänden, dem Verhältnis von Verfassung und Verfassungswirklichkeit. Der Institutionalismus wurde zunehmend von der Vergleichenden Politischen Systemlehre abgelöst, deren Horizont weit über Europa und den angloamerikanischen Kulturbereich hinausgeht und die sich anstelle der deskriptiven Analyse politischer Institutionen in stärkerem Maß für die gesellschaftlichen Kräfte interessiert, die in und rund um die politischen Institutionen agieren.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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