Kader
(von französisch cadran: militärischer Verband)

Aus dem Militärwesen entlehnte Bezeichnung in der marxistisch-leninistischen Terminologie für ausgewählte Mitglieder der kommunistischen Partei (Kaderpartei), die leitende Positionen in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft sozialistischer Staaten bekleiden oder als Nachwuchskräfte auf eine Funktionärstätigkeit vorbereitet werden.

Zur Zeit der Neuen Ökonomischen Politik (NEP) Lenins wurden besonders zuverlässige und fachlich kompetente politische Beauftragte der Bolschewiki Kader genannt (siehe Bolschewismus). Josef Stalin sah in den Kadern „eine Art Schwertträgerorden innerhalb des Sowjetstaates", ein „Kommandeurskorps und einen Stab des Proletariats". In den realsozialistischen Staaten sowjetischer Prägung wurden vor allem die Personalabteilungen in den Betrieben, den Genossenschaften, im Bereich der staatlichen Verwaltung, des Militärs und der Sicherheitskräfte, in den Massenorganisationen sowie in den wissenschaftlichen und kulturellen Institutionen als Kader bezeichnet.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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