Krankengeld

Anspruch krankenversicherter Arbeitnehmer auf Ausgleich ihres Verdienstausfalls bei längerfristiger Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit.

In Deutschland wird das Krankengeld auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches (§§ 44 ff. SGB V) von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen (siehe private Krankenkassen) ausbezahlt, nachdem die Pflicht des Arbeitgebers zur Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall (mindestens sechs Wochen) abgelaufen ist. Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn sie wegen Krankheit arbeitsunfähig sind oder wenn sie auf Kosten der Krankenkasse stationär in einem Krankenhaus, einer Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung behandelt werden. Der Anspruch erlischt mit dem Ende der Arbeitsunfähigkeit.

Tritt während der Arbeitsunfähigkeit eine weitere Krankheit hinzu, wird die Leistungsdauer nicht verlängert. Im Falle wiederholter Erkrankung an demselben Leiden gibt es Krankengeld maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Nach Beginn eines neuen Dreijahreszeitraumes besteht ein neuer Anspruch auf Krankengeld, wenn der Versicherte in der Zwischenzeit mindestens sechs Monate nicht wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig war. Hat sich der Versicherte eine Krankheit vorsätzlich zugezogen, kann die Krankenkasse ihn an den Kosten der Leistungen in angemessener Höhe beteiligen und das Krankengeld ganz oder teilweise für die Dauer dieser Krankheit versagen und zurückfordern.

Ferner haben Versicherte Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat; dies gilt auch, wenn das Kind behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Mutter und Vater haben dabei für jedes Kind bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr jeweils einen Anspruch auf Ausgleich des Verdienstausfalls längstens für die Dauer von zehn Tagen je Kalenderjahr (Alleinerziehende 20 Tage). Bei mehreren erkrankten Kindern im Jahr ist das Krankengeld auf längstens 25 Tage pro Elternteil bzw. 50 Tage für allein erziehende Versicherte begrenzt.

Das Krankengeld beträgt für anspruchsberechtigte Krankenversicherte in der Regel zwischen 70 Prozent des Bruttoarbeitseinkommens und maximal 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze, darf dabei aber 90 Prozent des Nettolohns nicht übersteigen. Zum Schutz vor Einkommensverlust bieten die privaten Krankenversicherungen eine Verdienstausfallversicherung (Krankentagegeldversicherung) an.

Bezieher von Arbeitslosen- oder Unterhaltsgeld erhalten Krankengeld in vollem Umfang ihrer Bezüge vom ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit an. Für Versicherte, die während des Bezugs von Kurzarbeiter- oder Winterausfallgeld arbeitsunfähig erkranken, bemisst sich das Krankengeld am zuletzt erzielten regelmäßigen Arbeitsentgelt (Regelentgelt). Das Krankengeld ruht, soweit und solange Versicherte beitragspflichtiges Arbeitsentgelt erhalten, Elternzeit in Anspruch nehmen, Versorgungskrankengeld, Übergangsgeld, Unterhaltsgeld, Mutterschaftsgeld oder Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld oder Winterausfallgeld beziehen.

Der Anspruch auf Krankengeld endet für Versicherte, die wegen voller Erwerbsminderung, Erwerbsunfähigkeit oder Alter eine Rente beziehen, Beamtenruhegehalt, Vorruhestandsgeld oder vergleichbare Leistungen erhalten.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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