Kritischer Realismus
(von lateinisch res: Ding, Sache, Gegenstand)

Position innerhalb des philosophischen Realismus, der die Möglichkeit eines direkten Zugangs zur Wirklichkeit mittels der Sinneserfahrung leugnet. 

Erfahrungs- und Sinneseindrücke sind hier nichts als Repräsentationen der Wirklichkeit, die einen Vergleich mit der tatsächlichen Wirklichkeit nicht zulassen. Obwohl sinnliche Erfahrung nur einen indirekten Zugang zur Wirklichkeit vermittelt, ist es dem kritischen Realismus zufolge dennoch möglich, mit dem Intellekt hinter unsere Sinneserfahrung zurückzugehen, um zu einer begründeten Auffassung der physischen Realität zu gelangen. Der kritische Realismus nimmt eine Position zwischen dem naiven (direkten) Realismus, der die These vertritt, dass die Sinneserfahrungen einen direkten Zugang zur Wirklichkeit vermitteln, und dem repräsentativen Realismus ein, der postuliert, dass sinnliche Erfahrungen zwar von der physischen Wirklichkeit verursacht sind, aber keine sichere Erkenntnis vermitteln. Wichtige Vertreter des kritischen Realismus waren John Locke, Johann Friedrich Herbart, George Edward Moore und Nicolai Hartmann.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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