Position
innerhalb des philosophischen Realismus, der die Möglichkeit
eines direkten Zugangs zur Wirklichkeit mittels der
Sinneserfahrung leugnet.
Erfahrungs-
und Sinneseindrücke sind hier nichts als Repräsentationen der
Wirklichkeit, die einen Vergleich mit der tatsächlichen
Wirklichkeit nicht zulassen. Obwohl sinnliche Erfahrung nur einen
indirekten Zugang zur Wirklichkeit vermittelt, ist es dem
kritischen Realismus zufolge dennoch möglich, mit dem Intellekt
hinter unsere Sinneserfahrung zurückzugehen, um zu einer
begründeten Auffassung der physischen Realität zu gelangen. Der
kritische Realismus nimmt eine Position zwischen dem naiven
(direkten) Realismus, der die These vertritt, dass die
Sinneserfahrungen einen direkten Zugang zur Wirklichkeit
vermitteln, und dem repräsentativen Realismus ein, der
postuliert, dass sinnliche Erfahrungen zwar von der physischen
Wirklichkeit verursacht sind, aber keine sichere Erkenntnis
vermitteln. Wichtige Vertreter des kritischen Realismus waren John
Locke, Johann Friedrich Herbart, George Edward Moore und Nicolai
Hartmann.