Laster (Philosophie)
Begriff
aus den philosophischen und theologischen Tugendlehren, der aus
Körper- und Triebreizen erwachsene unvernünftige und schädliche
Neigungen, Leidenschaften und Begierden bezeichnet, die als
Untugenden zur schlechten Gewohnheit geworden sind (Immanuel Kant).
In
der hellenistischen Popularphilosophie wurden als praktische
Richtlinien für eine sittlich einwandfreie Lebensführung „Kataloge"
mit zu meidenden Verfehlungen und Lastern gegen die Natur und gegen
die göttliche Ordnung aufgestellt, die im hellenistischen Judentum
und im Urchristentum durch Verhaltenskodizes ergänzt wurden; deren
Befolgung wiederum wurde zum Garanten der Teilhaftigkeit am Reich
Gottes erklärt. Die Philosophie der Scholastik unterschied zwischen
dem potentiell sündigen Laster und der eigentlichen Sünde, wobei
Letztere hinsichtlich des Grades ihrer moralischen Verwerflichkeit
strenger verurteilt wurde. In der Moralphilosophie David Humes
werden die Laster ebenso wie die Tugenden als solche von der
Vernunft nicht erkannt. Der Urteilende könne sie nur entdecken,
wenn er in sein eigenes Inneres blicke und sich an sein Gefühl
wende. Erst nach einem Abgleich mit dem „Wollen" könne er
eine Entscheidung fassen, ob und was er grundsätzlich
zu tun oder zu lassen „gesonnen" sei.
Verfasst von:
Roland Detsch
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