Deutscher Physiker.
1879 in
Pfaffendorf/Koblenz geboren, studierte von Laue an der
Universität Straßburg Physik und beschäftigte sich nach seinem
Umzug nach Göttigen schwerpunktmäßig mit der Optik. 1903
promovierte er bei Max Planck in Berlin über die Theorie der
Interferenzen an planparallelen Platten und übernahm 1905 bei
seinem Doktorvater eine Assistentenstelle. Nach seiner
Habilitation 1906 beschäftigte er sich mit der
Relativitätstheorie Albert Einsteins und entwickelte 1907 mit
optischen Experimenten wichtige Beweise für die Richtigkeit des
Einsteinschen Additionstheorems. 1909 kam er als Privatdozent an
das Institut für theoretische Physik der Universität München.
Für seine Entdeckung der Beugung von Röntgenstrahlen beim
Durchgang durch Kristalle erhielt er 1914 den Nobelpreis. 1919
kehrte von Laue nach Berlin zurück, wo er seine ursprüngliche
„geometrische Theorie" der Röntgeninterferenz zur so
genannten „dynamischen Theorie" erweiterte. Während der
Herrschaft der Nationalsozialisten trat er für Albert Einstein
und die „jüdische Physik" ein und wurde deshalb 1943
vorzeitig emeritiert. Nach Kriegsende beteiligte er sich aktiv am
Wiederaufbau des deutschen Wissenschaftsbetriebs. So gründete er
die „Deutsche Physikalische Gesellschaft in der Britischen
Zone" und beteiligte sich u. a. an der Wiedergründung
des „Verbandes Deutscher Physikalischer Gesellschaften"
sowie an der Neugründung der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt in Braunschweig und der Deutschen
Forschungsgemeinschaft. 1951 wurde von Laue Direktor am
Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin-Dahlem.
Verfasst von:
Roland Detsch