Logizismus

Von der Mathematik inspirierte Position innerhalb der Philosophie, die als einzigen Weg zur Erkenntnis die Anwendung der formalen Logik gelten lässt.

Als Begründer gilt Gottlob Frege, der mit seinem in Grundlagen der Arithmetik (1884) dargelegten Versuch, den Begriff der Anzahl allein mit den Mitteln der Logik zu definieren, den Beweis erbringen wollte, dass die Sätze der Arithmetik analytisch und nicht synthetisch a priori sind, wie es Immanuel Kant postuliert hatte. Aufgrund des Phänomens, dass denselben Dingen je nach Begriff unterschiedliche Zahlen zugeordnet werden können (z. B. 8 Bäume = 3 Eichen + 5 Buchen = 1 Baumgruppe) leugnete er die Möglichkeit, die Zahl als eine Eigenschaft von Aggregaten, Mengen oder Vielheiten von Gegenständen aufzufassen, und plädierte dafür, Zahlenangaben als Eigenschaften statt als Merkmale von Begriffen anzusehen. Aus dieser Analyse leitete er eine generelle Unterscheidung von Eigenschaften und Merkmalen, Begriffen erster und zweiter Stufe sowie die Unterordnung eines Begriffs unter einen anderen ab. Freges Logizismus wurde in der auf der Mengenlehre aufbauenden Typentheorie von Bertrand Russel weiterentwickelt.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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