Lotze, Rudolf Hermann
(1817-1881)

Deutscher Philosoph. Er gehörte zu den einflussreichsten Philosophen der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Lotze wurde am 21. Mai 1817 im sächsischen Bautzen bei Dresden geboren, studierte Philosophie und Medizin in Leipzig und lehrte dort ab 1842 als Professor an der philosophischen Fakultät. 1844 erhielt er einen Ruf nach Göttingen und wechselte kurz vor seinem Tod 1881 nach Berlin. In seinem Werk stellte er dem Pantheismus Hegels, der seiner Ansicht nach alle Individualität und Verschiedenheit des Daseins einem formal-abstrakten Entwicklungsschema opferte, seinen theologischen Idealismus entgegen. Er hatte vor allem unter den Theologen eine große Anhängerschaft, weil er die mechanistische Naturauffassung in der Tradition von Leibniz mit der Religion und insbesondere der Teleologie Spinozas zu versöhnen suchte. Lotze zeigte, dass das Gesetz der Abfolge von Ursache und Wirkung vor allem in der Welt der sittlichen Ideen zum Tragen kommt. Zu seinen Hauptwerken zählen Metaphysik (1841), Logik (1843), Medizinische Psychologie und Physiologie der Seele (1852) und Mikrokosmos. Ideen zur Naturgeschichte und Geschichte der Menschheit (1852). Lotze starb am 1. Juli 1881 in Berlin.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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