Miliz
(von lateinisch militia: Kriegsdienst, Gesamtheit der Soldaten; lateinisch miles: Soldat)

In ihrer Bedeutung gewandelte Bezeichnung für das Heer, die Bürgerwehr oder eine paramilitärische Kampfeinheit. 

Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert verstand man unter der Miliz das Heer. Im Gefolge der Französischen Revolution kamen Volksheere auf, die im Gegensatz zum regulären Militär, insbesondere dem aus Berufssoldaten bestehenden Heer, als Milizen bezeichnet wurden. Die französische Nationalgarde (garde nationale), die von 1789 bis 1871 mit Unterbrechungen existierte, war solch eine im Bedarfsfall aufgebotene Bürgerwehr.

Im 20. Jahrhundert bekam das Wort zweierlei Bedeutung: Zum einen versteht man unter einer Miliz Streitkräfte aus Reservisten, die nach Absolvierung eines Grundwehrdienstes in ständiger Bereitschaft stehen und in periodischen Abständen zu militärischen Übungen zusammengezogen werden (z. B. in der Schweiz). Zum anderen werden paramilitärische Garde-, Polizei- oder Selbstschutzeinheiten als Milizen bezeichnet (z. B. Elitetruppen in Diktaturen, Militärregimen oder kommunistischen Staaten). Bei der Nationalgarde (national guard) in den USA handelt es sich um eine Miliz aus Freiwilligen, die den Gouverneuren der einzelnen Bundesstaaten untersteht und vom Präsidenten bei inneren Unruhen oder zur Verstärkung der regulären Streitkräfte eingesetzt werden kann.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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