Modallogik
(von lateinisch modus: Vorschrift, Regel, Maß, Art und Weise; griechisch logos: Vernunft, bzw. logike: Denkkunst)

Teilgebiet der formalen Logik, das sich mit Aussagen befasst, bei denen mit der Modalität der Möglichkeit oder der Modalität der Notwendigkeit argumentiert wird.

Aufbauend auf der logischen Vorarbeit von Aristoteles, der modalen Syllogistik Theophrasts und den alternativen Ansätzen der Eleaten, namentlich von Diodoros Kronos, der Stoiker und der mittelalterlichen Scholastik eines Pierre Abélard oder Albertus Magnus, entwickelte sich die Modallogik erst durch die Arbeiten von C. I. Lewis, Kurt Gödel, R. Barcan Marcus, S. Kanger, Hinticka und Kripke im 20. Jahrhundert zur wissenschaftlichen Disziplin. Wegweisend waren in diesem Zusammenhang die Untersuchungen von Lewis über die strikte Implikation (sich bedingende Aussagenbeziehung wie: „Wenn es regnet, so ist es nass"), die im Gegensatz zur materialen Implikation eine inhaltliche Folgerung enthält. Lewis entwickelte dabei fünf Systeme der strikten Implikation von aufsteigender Stärke (S1-S5). Georg Henrik von Wright sorgte später für die typisch axiomatische Darstellungsform der Modaloperatoren zur Verdeutlichung der Aussagebeziehungen. 

Die Modallogik hat durch ihre Untersuchung nicht wahrheitsfunktionaler logischer Konstanten zu einer beträchtlichen Fortentwicklung der klassischen Logik beigetragen. Besondere Bedeutung kommt ihr u. a. auch in der Sprachanalyse (der intensionalen Semantik) und der analytisch-metaphysischen Philosophie zu.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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