Namen (Philosophie)

Als Eigennamen Personen zuerkannte Bezeichnungen zum Zweck der Identifizierung des Individuums, als Allgemein- oder Gattungsnamen Bezeichnungen mit charakterisierender Bedeutung (Prädikatoren oder Nominatoren). 

Im Universalienstreit der Scholastik vertraten die Nominalisten (von lateinisch nomen: Namen) die Auffassung, dass Gattungsbegriffe bzw. Universalien wie „Mensch", „Pferd", „Tisch" etc. nicht im Sinn der Ideenlehre Platons das Wesen der Dinge zum Ausdruck brächten, sondern dass es sich lediglich um konventionelle Zeichen handle, die für konkrete Dinge stünden. Mit der Behauptung „universalia sunt nomina ergo post rem" („Allgemeinbegriffe sind Namen und stehen damit nach dem Ding") wandten sie sich gegen den Versuch der Realisten, mit Hilfe des Satzes „universalia sunt realia ergo ante rem" („Allgemeinbegriffe sind Wirklichkeiten und stehen damit vor dem Ding"), zum Gottesbeweis die Schöpfung als Verwirklichung präexistenter Ideen darzustellen, wie es auch im Johannesevangelium zum Ausdruck kommt: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort ... Alles ist durch dieses geworden, und ohne es wurde auch nicht eines von dem, was geworden."

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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