National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD)

Politische Partei in der DDR.

Die Partei entstand auf Initiative der SED nach der formalen Beendigung der Entnazifizierung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) als Sammelbecken für „unbelastete" ehemalige NSDAP-Mitglieder und Wehrmachtssoldaten; im Juni 1948 wurde die NDPD von der Besatzungsmacht lizenziert. Die Parteiführung mit Lothar Bolz an der Spitze (bis 1968) rekrutierte sich zum großen Teil aus dem 1943 von deutschen Kriegsgefangenen in der UdSSR gegründeten Nationalkomitee Freies Deutschland. Ziel der SED, die die Gründung der Partei organisatorisch, finanziell und propagandistisch begleitete, war neben der politischen Integration der so genannten „Ehemaligen" vor allem die Schaffung einer Konkurrenz zur LDPD und zur CDUD (der Schwesterpartei der westdeutschen CDU), die zudem mit ihrem zentralistischen Aufbau den anderen Blockparteien Vorbild sein sollte.

Bereits in ihrem Gründungsjahr wurde die NDPD in den Demokratischen Block integriert und erhielt Sitz und Stimme in den Volksvertretungen und Verwaltungen. Ähnlich wie die LDPD mutierte sie in den Folgejahren mehr und mehr zu einer Partei der Gewerbetreibenden, Handwerker und Angestellten und übernahm nach dem Willen der SED wie die übrigen „verbündeten" Blockparteien eine Transmissionsfunktion in der Mittelschicht. Nach dem Zusammenbruch der DDR schloss sich die NDPD im März 1990 mit der LDPD zum Bund Freier Demokraten zusammen, der wenig später in der gesamtdeutschen FDP aufging.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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