Phänomen
(von griechisch phainómenon: das Erscheinende)

In der Bezeichnung für das sich Zeigende, im übertragenen Sinn auch für etwas in seiner Erscheinung Ungewöhnliches. 

Je nach philosophischem Standpunkt ist ein Phänomen eine sinnlich wahrnehmbare Erscheinung, der Schein einer Erscheinung oder die durch Erfahrung und die Vorstellungskraft bewirkte Erscheinung im Bewusstsein. Für Platon sind die (scheinhaften) Phänomene die Abbilder der Ideen, denen er höhere Wirklichkeit zukommen lässt. Während im naiven Realismus Phänomen und Wirklichkeit in eins gesetzt werden, sieht der kritische Realismus in ihnen nur die Zeichen einer dahinter stehenden Wirklichkeit. Bei Immanuel Kant handelt es sich bei den Phänomenen um vom Verstand gedachte Gegenstände im Prozess der Erkenntnis (siehe Phänomenalismus). Die Phänomenologie betrachtet die Welt als ein Phänomen, das nur als Leistung der reinen transzendentalen Subjektivität verstanden werden kann. Für Empirismus und Positivismus sind die sinnlich erfahrbaren Phänomene einzige Mittel und Schlüssel zur Erkenntnis.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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