Phänomenalismus
(von griechisch phainómenon: das Erscheinende)

Position der Erkenntnis- bzw. Wissenschaftstheorie, der zufolge der Erkenntnisprozess nicht von realen Gegenständen der Außenwelt sondern von aus der Wahrnehmung resultierenden Phänomenen (Erscheinungen) im Bewusstsein geleitet wird.

Bei Immanuel Kant sind Apriorität und Phänomenalität Wechselbegriffe. Nach Kant kann der Verstand allein die Natur nicht bestimmen, insofern sie als Ding an sich oder als System von Dingen an sich besteht, sondern nur insofern, als sie in unserem Denken erscheint. Apriorische Naturerkenntnis ist demnach nur dann möglich, wenn auch die Zusammenhänge, die wir zwischen den Anschauungen denken, nichts als Vorstellungsweisen sind, wobei die begrifflichen Beziehungen, mit denen die Natur zum Gegenstand unserer Erkenntnis gemacht wird, ebenfalls nur Erscheinungen (Phänomene) sein dürfen. Rudolf Carnap entwickelte in Der logische Aufbau der Welt 1928 eine phänomenalistische Konzeption, in der er zeigte, inwiefern Aussagen über die Gegenstände der Welt als eine Sprechweise gedeutet werden können, die von Phänomenen oder Sinnesdaten (Elementarerlebnissen) handelt.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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