Position
der Erkenntnis- bzw. Wissenschaftstheorie, der zufolge der
Erkenntnisprozess nicht von realen Gegenständen der Außenwelt
sondern von aus der Wahrnehmung resultierenden Phänomenen
(Erscheinungen) im Bewusstsein geleitet wird.
Bei
Immanuel Kant sind Apriorität und Phänomenalität
Wechselbegriffe. Nach Kant kann der Verstand allein die Natur
nicht bestimmen, insofern sie als Ding an sich oder als System von
Dingen an sich besteht, sondern nur insofern, als sie in unserem
Denken erscheint. Apriorische Naturerkenntnis ist demnach nur dann
möglich, wenn auch die Zusammenhänge, die wir zwischen den
Anschauungen denken, nichts als Vorstellungsweisen sind, wobei die
begrifflichen Beziehungen, mit denen die Natur zum Gegenstand
unserer Erkenntnis gemacht wird, ebenfalls nur Erscheinungen
(Phänomene) sein dürfen. Rudolf Carnap entwickelte in Der
logische Aufbau der Welt 1928 eine phänomenalistische
Konzeption, in der er zeigte, inwiefern Aussagen über die
Gegenstände der Welt als eine Sprechweise gedeutet werden
können, die von Phänomenen oder Sinnesdaten
(Elementarerlebnissen) handelt.