Pseudo-Dionysios
auch Pseudo-Dionysius
Areopagita
(um 500)
Philosoph
und Mystiker vermutlich griechischer Herkunft. Über sein Leben
ist nichts bekannt; in seinen anonymen Schriften gab er sich
selbst als erster Bischof von Athen aus. Der fiktive Name
Pseudo-Dionysius Areopagita leitet sich von Dionysius Areopagita
ab, dem das Werk zunächst fälschlicherweise zugeschrieben wurde.
In
seinen im Mittelalter vor allem von Johannes Scotus Eriugena,
Albertus Magnus, Thomas von Aquin und Nikolaus von Kues intensiv
rezipierten vier Abhandlungen Über die göttlichen Namen,
Mystische Theologie, Über die himmlische Hierarchie und Über
die kirchliche Hierarchie ging Pseudo-Dionysius Areopagita von
dem Einen als Ursprung des Vielen und damit der Einheit des Ganzen
aus. Im Gegensatz zu Augustinus und Boethius sprach er dem
göttlichen Einen, das er mit dem von der Sonne kommenden Licht
verglich, aber keine weiteren Eigenschaften zu, auch nicht des
Seins, Denkens oder der Liebe. Seine mystische Theologie fordert
dazu auf, das Sinnliche als Gleichnis oder Zeichen für das
Unbenennbare zu nehmen und vom Gegebenen zum Nicht-Gegebenen
aufzusteigen. Pseudo-Dionysus zufolge gelangt der Mensch in einem
Prozess der Reinigung zur Einsicht in die kosmische Harmonie.
Verfasst von:
Roland Detsch
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