Reichtum

Allgemeine Bezeichnung für den materiellen Überfluss an Gütern und Werten.

Für die Theoretiker der bürgerlichen politischen Ökonomie besteht für den Menschen das eigentliche Ziel seiner Existenz im Erwerb von Reichtum, der ökonomischen Form der Selbstliebe, weshalb ihr Vordenker Adam Smith die Habsucht als völlig legitimen Trieb verteidigte. Indem der Kapitalist nach der profitabelsten Verwendung seines Kapitals sucht, fördere er durch die daraus resultierende Akkumulation unbeabsichtigt das Wohl der gesamten Gesellschaft. Aber nur der uneingeschränkte Markt mit seinen objektiven Preisen verhindert Smith zufolge, dass sich Marktteilnehmer auf Kosten anderer bereichern können. Während die bürgerliche politische Ökonomie das freie Spiel der Kräfte in der Marktwirtschaft zum Garanten für Reichtum und Wohlfahrt der Gesellschaft stilisierte, wurde sie von der marxistischen politischen Ökonomie als eigentliche Ursache der Armut verdammt. Eine Handvoll reicher Kapitalisten steht hier einem Heer armer, in ihrer Existenz bedrohter Arbeiter gegenüber. Der Widerspruch verlange nach einer gewaltsamen Enteignung der Reichen und den Ersatz der kapitalistischen durch eine sozialistische Produktionsweise, in der die Allgemeinheit am Reichtum teilhaben könne.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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