Revanchismus
(von französisch revanche: Vergeltung, Rache)

Bezeichnung für eine von nationalistischen Rachegefühlen für erlittenes Unrecht oder eine militärische Niederlage geleitete Außenpolitik.

Der Begriff wurde zuerst zur Charakterisierung der Erzfeindschaft Frankreichs gegenüber Preußen und dem Deutschen Kaiserreich nach dem erzwungenen Abtritt von Elsass-Lothringen im Frieden von Frankfurt (1871) verwendet. Die revanchistischen Parolen der ultranationalistischen Parteien der Weimarer Republik hatten ihre Ursache in den beträchtlichen Gebietsverlusten, den herben Auflagen und den hohen Reparationsforderungen an Deutschland, wie sie im Versailler Vertrag (1919) nach dem 1. Weltkrieg festgelegt wurden.

In der Terminologie der ehemaligen sozialistischen Staaten, vor allem der DDR, wurde Revanchismus zum demagogischen Schlagwort mit dem Ziel der Abqualifikation der westlichen, insbesondere der bundesdeutschen Außenpolitik, die als aggressiver Imperialismus angeblich darauf gerichtet war, die nach dem 2. Weltkrieg entstandenen territorialen Veränderungen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den Staaten Osteuropas rückgängig zu machen.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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