Um
1930 entstandene faschistische Organisation in Belgien.
Die
Rexbewegung formierte sich Anfang der dreißiger Jahre unter der
Führung des brillanten Redners und Publizisten Léon Degrelle im
Dunstkreis der jungkatholischen Erneuerungsbewegung der
Katholischen Partei und der Katholischen Aktion und benannte sich
nach dem Löwener Verlagshaus Rex, dessen Cahiers de la
Jeunesse catholique ihr als propagandistisches Sprachrohr
dienten. Rücksichtsloser Populismus und ein Programm, das ein
autoritäres System propagierte, bescherten den Rexisten vor dem
Hintergrund der grassierenden Wirtschaftskrise einen kometenhaften
Aufstieg.
1935
organisierte sich die Bewegung als von der Katholischen Aktion
unabhängige Partei, und noch in ihrem Gründungsjahr eroberte die
Rexistenpartei bei den Kammerwahlen elf Prozent der
Abgeordnetensitze (d. h. 21 Mandate). Der Siegeszug der
Rexisten wurde 1937 jäh gestoppt, als sich eine
Allparteienallianz hinter dem amtierenden Ministerpräsidenten
Paul Van Zeeland zusammenfand und mit Unterstützung des Primas
von Belgien, Kardinal Van Roey, gegen Léon Degrelle Front machte;
1939 gewann die Rexpartei nur noch vier Mandate. Eine Renaissance
erlebten die Rexisten ab Mai 1940 als Kollaborateure mit der
nationalsozialistischen deutschen Besatzung in Belgien, von der
sie sich eine neue Blütezeit des Landes wie zu Zeiten der
römischen Germania inferior versprachen. Nach dem Ende des
2. Weltkrieges wurde die Rexistenpartei verboten.