Sekundärer Sektor
Wirtschaftswissenschaftlicher
Fachausdruck für das Ware produzierende Gewerbe und damit
Überbegriff für Bergbau, Industrie und Handwerk.
In
der wirtschaftshistorischen Drei-Sektoren-Theorie nach Jean
Fourastié nimmt der sekundäre Sektor die mittlere Position
zwischen dem primären Sektor (Urproduktion wie Land- und
Forstwirtschaft, Fischerei) und dem tertiären Sektor
(Dienstleistungen) ein, die zusammen die chronologische Abfolge der
Entwicklungsstufen vom Agrar- zum Industrie- und Handelsstaat
markieren. Während sich im Zuge der Urbanisierung und
Industrialisierung das Schwergewicht der Produktion von der
Landwirtschaft auf das Waren produzierende Gewerbe verlagerte, hat
etwa seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem in den hoch
entwickelten Industrieländern der Dienstleistungssektor dem
sekundären Sektor immer mehr den Rang abgelaufen. Ursachen sind
sukzessive Sättigungserscheinungen in entwickelten
Volkswirtschaften auf Seiten der Nachfrage (Deckung der
Grundbedürfnisse durch ausreichende Nahrungsmittelproduktion,
Überangebot an hochwertigen gewerblichen Gütern).
Verfasst von:
Roland Detsch
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