Struktur (Philosophie)
(von lateinisch struktura: Bauart, Aufbau, Gefüge)

Bezeichnung für eine erkennbare Regelmäßigkeit oder Anordnung von Teilen in einem Ganzen. 

Für die Stoa wurde die Wirklichkeit aus den beiden Prinzipien Materie (hyle) und Struktur (logos) konstituiert, wobei sich Gott mit der Materie vermischt, das Ganze durchdringt und es formt (pneuma). In ihrer Logik ging die Stoa deshalb von objektiven fundamentalen Seins- und Ordnungsstrukturen aus, die durch den allgemeinen Logos (Vernunft, Sinn) repräsentiert werden.

Wilhelm Dilthey beschäftigte die Struktur des Seelenlebens, die nach seiner Ansicht aus den Bestandteilen Intelligenz, Gefühl und Trieb besteht, und versuchte der Lehre der praktischen Synthesen in der Ethik eine psychologische Grundlage zu geben. Ausgehend vom Versuch Gottfried Wilhelm Leibniz’, logische Strukturen wissenschaftlicher Theorien als Strukturen der Welt oder ihrer Konstituentien zu deuten, bemühte sich Bertrand Russell um die syntaktische Strukturierung der logischen Sprache, um eine Struktur-Identität oder wenigstens Struktur-Ähnlichkeit zwischen Sprache und Welt herzustellen. Wichtig wurde der Begriff vor allem auch im Strukturalismus.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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