Bezeichnung
für eine Grundeinstellung innerhalb der Philosophie, die bei der
Erklärung der Wirklichkeit von den Methoden der Mathematik und
der Naturwissenschaften geleitet wird.
Unter
dem Eindruck der neuzeitlichen Physik und Astronomie wurde die
Herausbildung des rationalistischen Szientismus wesentlich durch
den Empirismus Francis Bacons und den Intellektualismus René
Descartes’ befördert. Ging es Bacon vor allem darum, „die
Natur auf die Folter zu spannen, bis sie ihre Geheimnisse
preisgibt", wurde in Descartes’ Philosophie die
mathematische Struktur zum Schlüssel des Universums und „exakte"
Wissenschaft gleichbedeutend mit Mathematik.
John
Lockes Betrachtung der Gesellschaft als ein mechanisches System,
das wie das physikalische Universum den Naturgesetzen unterworfen
ist, verschaffte dem Szientismus Eingang in die
Sozialwissenschaften. Eine Einschränkung erlebte die von Isaac
Newton ausformulierte mechanistisch-szientistische Naturauffassung
erst durch die Relativitätstheorie Albert Einsteins und die
Quantentheorie Max Plancks.