Bezeichnung
für ein grundlegendes Ideengebilde oder den gedanklichen Entwurf
eines Sachverhaltes, wie er sich im Verlauf des
Erkenntnisprozesses nach Sichtung und Einschätzung des
gegenwärtigen Stands der Dinge und des Wissens ohne umfassende
Erprobung oder Abklärung in der Praxis darstellt.
In der
vorsokratischen Deutung der Naturphänomene und der Ideenlehre
Platons präsentierte sich die Philosophie noch rein theoretisch.
Dies änderte sich erst mit der Scheidung der praktischen von der
theoretischen Philosophie (Metaphysik, Physik, Mathematik) durch
Aristoteles, wobei der Letzteren von da an über das gesamte
Mittelalter und die beginnende Neuzeit stets ein geistig höherer
Stellenwert beigemessen wurde.
Erst
bei Immanuel Kant wurde der Dualismus von Rationalismus und
Empirismus und damit von Theorie und Praxis aufgehoben.