Theorie
(von griechisch theôreîn: anschauen, betrachten)

Bezeichnung für ein grundlegendes Ideengebilde oder den gedanklichen Entwurf eines Sachverhaltes, wie er sich im Verlauf des Erkenntnisprozesses nach Sichtung und Einschätzung des gegenwärtigen Stands der Dinge und des Wissens ohne umfassende Erprobung oder Abklärung in der Praxis darstellt.

In der vorsokratischen Deutung der Naturphänomene und der Ideenlehre Platons präsentierte sich die Philosophie noch rein theoretisch. Dies änderte sich erst mit der Scheidung der praktischen von der theoretischen Philosophie (Metaphysik, Physik, Mathematik) durch Aristoteles, wobei der Letzteren von da an über das gesamte Mittelalter und die beginnende Neuzeit stets ein geistig höherer Stellenwert beigemessen wurde.

Erst bei Immanuel Kant wurde der Dualismus von Rationalismus und Empirismus und damit von Theorie und Praxis aufgehoben.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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