Strömung
innerhalb der Philosophie, die an die Lehren und Denkansätze des
Thomas von Aquin anknüpfte; unter dem Einfluss des
neuplatonisch-arabischen Aristotelismus hatte sich dieser
federführend um eine Harmonisierung der über Jahrhunderte von der
Kirche verdrängten hellenistischen Wissenschaften (vor allem
Naturwissenschaften, Logik, Wissenschaftstheorie, Ethik) mit dem
christlichen Glauben und den Dogmen der Patristik bemüht.
Grundlegend
für die thomistische Weltauffassung war die Verlagerung allen
Anfangs der Erkenntnis nach außen auf die sinnliche Erfahrung und
die Erfassung der Welt durch den tätigen Intellekt im Lichte der
Gedanken Gottes durch logische Abstraktion; ferner die Definition
von Wahrheit als Entsprechung von (erschaffener) Sache und
(göttlichem) Intellekt sowie die Verknüpfung von Wesensontologie
und Teilhabephilosophie mit der aristotelischen Ontologie und dem
Kreationismus, namentlich von Avicenna und Augustinus.
Das
Erstverändernde der aristotelischen Physik diente den
Thomisten als Beweis für die Existenz Gottes, dessen Wirken sich
auch in der Zielgerichtetheit der Handlungen unverständiger Wesen
offenbart. Aufbauend auf die Tugendlehren des Aristoteles, der
Patristik und der Stoa vermutete die thomistische Ethik eine
naturhafte Neigung des Menschen, zur Seinserhaltung eine für ihn
spezifische Vernünftigkeit auszubilden, die sich im Guten
reflektiert.