Universalienstreit
(von lateinisch universalia: Allgemeinbegriffe)

Meinungsverschiedenheit innerhalb der Scholastik über den Stellenwert der – den platonischen Ideen vergleichbaren – Universalien, deren Deutung sich im Verlauf des Mittelalters mehrfach änderte.

Gemäß der Auslegung unterscheidet man drei Perioden. So sprach der gänzlich platonisch geprägte (im Grunde idealistische) extreme Realismus des 11. Jahrhunderts, wie ihn u. a. Anselm von Canterbury und Wilhelm von Champeaux vertraten, den Ideen objektive Realität zu („universalia sunt ante rem" bzw. „universalia sunt realia").

Unter dem Einfluss der aristotelischen Philosophie betonte der gemäßigte Realismus des 12. und 13. Jahrhunderts um Pierre Abélard, Albertus Magnus und Thomas von Aquin hingegen die Immanenz des Geistigen in der Materie („universalia sunt in re"). 

Der Nominalismus des 13. und 14. Jahrhunderts schließlich, namentlich aber Johannes Duns Scotus und Wilhelm von Ockham, aberkannte den Allgemeinbegriffen jegliche objektive Realität, degradierte sie zu Namen für gewisse Gattungen von Dingen und schied den Glauben letztlich vom Wissen („universalia sunt nomina" bzw. „universalia sunt post rem").

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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