Nach dem
2. Weltkrieg entstandener Parteientypus, der möglichst viele
Interessenströmungen in der Bevölkerung integrieren will.
Die
Volkspartei stellt eine Weiterentwicklung der
Massenintegrationspartei dar, die in einer Zeit schärferer
Klassenunterschiede und deutlich erkennbarer Konfessionsstrukturen
entstanden war. Als entideologisierte „Allerweltspartei"
(O. Kirchheimer) gibt sie die Versuche auf, sich die Massen
geistig und moralisch einzugliedern, und lenkt ihr Augenmerk in
stärkerem Maße auf die Wählerschaft. Die Volkspartei versucht
alle Teile der Bevölkerung zu erreichen, was nicht ausschließt,
dass sie sich einer traditionellen Wählerschicht weiterhin
besonders verbunden fühlt.
Volksparteien
sind typisch für nivellierte Industrie- und Massengesellschaften
mit relativ geringen Klassengegensätzen und hoher sozialer
Mobilität.