Bezeichnung
für einen Standpunkt innerhalb der Philosophie, der im Gegensatz
zu intellektualistischen Positionen dem Willen eine höhere
Triebkraft beimisst als der Vernunft oder dem Gefühl.
Der
theologische Voluntarismus des Mittelalters definierte den Glauben
als willentliche Hinwendung zu Gott, die nicht durch
Vernunfteinsicht geleitet wird. Im ethischen Voluntarismus
Immanuel Kants kommt der auf dem freien Willen beruhenden
praktischen Vernunft Vorrang vor der theoretischen Vernunft zu.
Für Arthur Schopenhauer ist der Körper der sich dem erkennenden
Verstand in den Formen von Raum und Zeit darstellende Wille. Die
Welt ist Vorstellung, und das, was in ihr erscheint, ist der
Wille, den der Mensch als Kern seines eigenen Wesens in sich
entdeckt. Schopenhauer sieht in jedem Ding in der Natur die
Objektivation eines Willens, wobei die Natur als die Objektivation
eines einheitlichen Weltwillens zu begreifen ist.