Zahlungsbilanzausgleich

Bezeichnung für die Intervention einer Notenbank auf dem Devisenmarkt, um durch Kauf oder Verkauf ausländischer Währungen ein Ungleichgewicht bei den Devisenkursen und damit der Zahlungsbilanz zu verhindern.

Die Devisenbilanz ist ausgeglichen, wenn die internationalen Zahlungsverpflichtungen einer Volkswirtschaft, die sich im Wesentlichen aus den Importen von Gütern und Dienstleistungen sowie aus Krediten an das Ausland ergeben, durch den Export von Gütern und Dienstleistungen sowie den Krediten aus dem Ausland abgedeckt werden können. Übersteigen die Importe die Exporte (Leistungsbilanzdefizit), so ergibt sich ein Zahlungsbilanzdefizit, das durch einen Abbau der Devisenbestände finanziert werden müsste, der langfristig zur Erschöpfung der Gold- und Devisenreserven und zur internationalen Zahlungsunfähigkeit einer Volkswirtschaft führen kann. Infolgedessen könnten inländische Unternehmen beispielsweise nicht mehr genügend Rohstoffe und Investitionsgüter importieren.

Chronische Zahlungsbilanzdefizite wie etwa im Fall Englands nach dem 2. Weltkrieg erfordern eine restriktive Wirtschaftspolitik, die das Wachstum hemmt. Auf Zahlungsbilanzüberschüsse reagieren dagegen die Defizitländer häufig mit Abwehrmaßnahmen, die den internationalen Güteraustausch einschränken und damit letztlich allen Handelspartnern schaden.

Verfasst von:
Roland Detsch

 

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